Wenn die jungen Hockey-Talente des Crefelder HTC durch den Kabinengang im Leistungszentrum auf der Gerd-Wellen-Hockeyanlage laufen, werden sie künftig unter anderem von Weltmeister Niklas Wellen angelächelt. Denn der Hockey-Bundesligist hat am vergangenen Samstag, vor dem ersten Saisonheimspiel gegen den UHC Hamburg, seine Hall of Fame eingeweiht und eröffnet. Im Kabinentrakt des Leistungszentrums wurden sieben Weltmeister oder Olympiasieger des Crefelder HTC künstlerisch verewigt. Linus Butt, Caroline Casaretto, Oskar Deecke, Klaus Michler, Christian Schulte, Niklas Wellen und Matthias Witthaus sind die ersten sieben Mitglieder und wurden bei der Eröffnung auch von Oberbürgermeister Frank Meyer gewürdigt: „Eine Hall of Fame ist mehr als eine Reihe von Bildern an einer Wand. Sie erzählt Geschichten. Von großen Erfolgen, besonderen Menschen und von dem Weg dorthin. Sie bewahrt die großen Momente der Vereinsgeschichte – und macht sie für die nächste Generation sichtbar.“

Ort bewusst gewählt, um die
Jugend zu inspieren

Ein zentraler Gedanke hinter der Idee der Hall of Fame, die den Gedanken des langjährigen CHTC-Mitgliedes Klaus Reimann entsprang. So erklärt CHTC-Koordinator Hans-Werner Sartory im Gespräch mit der Westdeutschen Zeitung: „Wir haben den Ort bewusst gewählt und bewusst auch noch Platz gelassen, um unsere Jugend zu inspirieren.“

Die Porträts, an denen der Künstler Frank Esser-Wittmann rund ein halbes Jahr arbeitete, begeisterten auch den Oberbürgermeister, der lobende Worte verlor: „Es sind obendrein richtig schöne Kunstwerke geworden. Die Porträts hängen nicht irgendwo, sondern genau dort, wo heute junge Hockeyspielerinnen und Hockeyspieler trainieren, an ihren Fähigkeiten arbeiten und von ihrer eigenen sportlichen Zukunft träumen. Wer heute hier trainiert, steht vielleich schon neben seinem Vorbild. Und bekommt eine Ahnung davon, was möglich ist, wenn Talent, Leidenschaft und Teamgeist zusammenkommen.“ Qualifikation für die CHTC-Hall-of-Fame wird auch in der Zukunft der Gewinn einer Weltmeisterschaft oder der Olympischen Spiele sein.

Info: Die Mitglieder

Linus Butt Olympiasieger 2012, Olympia-Silber 2016

Caroline Casaretto Olympiasiegerin 2004

Oskar Deecke Olympiasieger 2012, Weltmeister 2007 und 2011, Europameister 2011, 2012, 2013

Klaus Michler Olympiasieger 1992

Christian Schulte Olympiasieger 2008, Weltmeister 2002 und 2006, Europameister 2003

Niklas Wellen Weltmeister 2023

Matthias Witthaus Olympiasieger 2008 und 2012, Weltmeister 2002 und 2006, Europameister 2003 und 2011

Die sportliche Aktualität konnte am Samstag und Sonntag nicht genauso frenetisch bejubelt werden. Gegen den UHC Hamburg und den Hamburger Polo Club musste sich der Crefelder HTC einmal im Penalty-Shoot-Out und einmal in der regulären Spielzeit geschlagen geben. Kritik aus den eigenen Reihen erntete aber niemand, erklärt Sartory: „Bei der Konstellation, dass wir gegen zwei Titel-Favoriten spielen, war klar, dass es schwer wird. Auch das 5:2 sieht dramatischer aus, als es war, weil wir beim Stand von 2:3 unseren Torhüter aus dem Tor geholt haben. Deswegen ist das in Ordnung.“

„Beitrag der Westdeutschen Zeitung Von Tobias Parzonka“